Bangladesch Hilfe auf dem „Berg Gottes“

Bangladesch — das Land der Flüsse

Bangladesch ist größtenteils von Indien umschlossen und grenzt im Süden an den Golf von Bengalen und im Südosten an Myanmar. Die drei großen Flüsse Ganges, Jamuna und Meghna prägen das Landschaftsbild. Ihr Wasser schenkt fruchtbaren Boden, birgt jedoch gleichzeitig ein großes Risiko. Ausgedehnte Sumpfgebiete und Tiefebenen führen unter Einwirkung des Monsuns zu Überflutungen, die Wachstum zerstören, Menschen in die Obdachlosigkeit führen und Armut hervorrufen.Bangladesch - Flut Lamonirhat

Rund 156 Millionen Menschen leben in Bangladesch auf einer Fläche von nur 148.000 Quadratkilometern. Der Anteil der Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, konnte schon auf knapp 30 % gesenkt werden. Trotz dieses Erfolges bleibt die Armutsbekämpfung weiterhin eine der wichtigsten Aufgaben für die Regierung, denn Bangladesch gehört noch immer zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Fehlernährung und ein schlechter Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen erschweren den Alltag. Knapp 50 % der Bengalen sind Analphabeten. In all dieser Schwierigkeit strahlt das Land in seinen bunten Farben, die wie Hoffnungsträger wirken. Farbenfrohe Kleidung, fröhlicher Tanz und Gesang sind feste Bestandteile der bengalischen Kultur.

Das Geschenk der Patenschaft

Auch im Nordosten des Landes auf dem Gelände von „Lumdonbok“ („Berg Gottes“) findet man diese Farbenpracht wieder. Kinder strahlen Lebensfreude aus. Seit 1976 hilft unser Kinderhilfswerk bedürftigen Kindern in Baramchal durch Patenschaften in Kooperation mit der lokalen Partnerorganisation Shishu Sahayak Sangstha (SSS – übersetzt: Kinderhilfswerk).

Dort am Rande der Teegärten in einer Oase der Ruhe befindet sich unser Internat mit integriertem Kindergarten und einer Grundschule, die bis zur 5. Klasse besucht wird. Die älteren SchülerInnen gehen auf Schulen im Umkreis. Bangladesch Students of the girls hostel

Vor allem die Kinder des Khasi Stammes, eine ethnische, christlich geprägte Bevölkerungsgruppe, kommen aus den einsamen Urwalddörfern nach Lumdonbok. Im Rahmen ihrer Patenschaft erhalten sie Bildung als ein so wertvolles Gut, ausgewogene Ernährung und medizinische Versorgung. „Was möchtet Ihr mal werden, wenn Ihr groß seid?“ fragt Geschäftsführerin Beate Tohmé in die Runde, die im Februar 2017 gemeinsam mit Birgit Kuhley vor Ort war. Die meisten träumen von einer Zukunft als LehrerIn, nur Mieta hat andere Pläne. „Ich möchte einmal als Polizistin arbeiten, damit die Menschen in Bangladesch im Frieden leben!“ sagt sie entschlossen.

Eine gute berufliche Zukunft ist eines der zu erreichenden Ziele im Rahmen einer Patenschaft.  Persönliche Hilfe, die Großes bewirkt, wie auch im Leben von Reshmila. Sie ist ein ehemaliges Patenkind, das in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs. Heute ist Reshmila Dozentin an der Internationalen Universität für Agrarwirtschaft und –technologie in Dhaka. Durch die treue Hilfe ihrer Pateneltern hat sie den Weg aus der Armut gefunden und eine neue Lebensperspektive gewonnen, für die sie zutiefst dankbar ist.

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Auch zahlreiche Mitarbeiter unseres Projekts Lumdonbok, die selbst auf dem Gelände leben, sind ehemalige Patenkinder.

Einer von ihnen ist Pius Phosna. Sehr stolz ist er auf das große Grundstück mit seinen vielen Gebäuden. Eine Grundschule, ein Wohntrakt für Jungen, einer für Mädchen, eine große Konferenzhalle für etwa 1.000 Menschen, sechs Häuser für Mitarbeiter, eine Gästewohnung, eine Kirche, ein Pumpenhäuschen und zwei Lagerräume sind hier im Laufe der Jahre entstanden.

In Pius Büro hängt eine Tafel mit Fotos vieler Kinder an der Wand. „Das ist meine Arbeit. Das sind die Kinder, um die ich mich kümmere. Für sie bin ich verantwortlich.“

Pius möchte gerne etwas von der Hilfe weitergeben möchte, die er als Kind selbst erfahren durfte. Wer weiß besser als er, dass eine Patenschaft ein großes Wunder in der Lebensgeschichte eines Kindes bewirken kann.

Hilfe, die Kreise zieht

Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern ist stets im Blick. Ein Großteil von ihnen arbeitet auf den umliegenden Teeplantagen. Ihr Leben ist von Armut bestimmt, lesen und schreiben können sie häufig nicht. Im Rahmen eines Erwachsenen-Bildungsprogramms werden Abendlehrgänge angeboten. Qualifizierte Förderung auch für sie, die Selbständigkeit und neue Ausrichtung schenkt.

Es ist eine große Freude, dass sich das Projekt stets weiterentwickelt. Mitten in den Teegärten von Baithangjalai— etwa eine Autostunde von Baramchal entfernt— wurde erst vor Kurzem der Bau eines neuen Gebäudes erfolgreich abgeschlossen. Mit Blumen und Tanz begrüßen die Kinder und der Pastor unser Team, als es das neue Haus in Augenschein nimmt. Bei dem Besuch bleibt nur Zeit für einen kurzen Aufenthalt mit Dankgottesdienst, kulturellem Programm und Besichtigung des Neubaus, denn am gleichen Tag müssen sie noch pünktlich zum Flughafen zurück.

Wir freuen uns, dass hier in der einsamen Gegend der Teegärten dank Spenden eine weitere Einrichtung entstehen konnte, die benachteiligten Kindern Zukunftschancen und konkrete Lebenshilfe bietet. Bereits jetzt finden nachmittags Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung für Kinder aus der Umgebung statt. In Zukunft kann das Gebäude evtl. als Internat genutzt werden, damit auch Kinder aus entlegenen Dörfern zur Schule gehen können.

Fröhlich blicken wir auf die Entwicklung des Projekts Lumdonbok und sind dankbar für jede gute Veränderung, die im Leben der Kinder erreicht wird. Herzlichen Dank an alle Unterstützer und Freunde, die durch Patenschaften und Spenden dazu beitragen.

Das Nationaltier Bangladeschs ist der bengalische Königstiger. Gemeinsam wünschen wir den bedürftigen Kindern und ihren Familien die Weite seiner Sprünge, die nur durch Ihre Unterstützung möglich ist.

 

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