2. Tag in Kasubi – bewegende Begegnungen (30.05.2017)

Gestern abend hat unsere Gruppe Zuwachs durch Hendrik bekommen. Er wurde heute direkt ins kalte Wetter geworfen und durfte alles was man in Uganda an krassen Situationen erleben kann, mitnehmen.

Dutzende von Patenkinder konnten wir heute wieder treffen. Es bewegt zu sehen, was durch diese Beziehung nach Deutschland erreicht und wie vielen Menschen dadurch eine hellere Zukunft ermöglicht wird.

 

Gerhard, Hendrik, Bob und auch Christian waren auf Jajja-(Großmutter)Besuchen.

Harry und Niko bauten weiterhin mit den Einheimischen (zwischendurch auch Elias, Christian und Daniel) an dem  Pförtnerhäuschen. Wir alle wurden aber dann wiederholt vom starken Regengüssen unterbrochen. Sie mussten ihre Arbeit pausieren und fanden danach einen kleinen Swimmingpool vor.

Friedbert traf wieder auf diverse Nöte in seiner Klinik. Unter anderem einen älteren Mann, der erhebliche Probleme beklagte, die aber eigentlich recht einfach zu lösen waren. Wir stellen fest, dass unser Denken und unsere Logik sich von der der Ugander sehr unterscheidet.

Wir (Jannice, Daniel, Elias, Olli und ich) mussten das Treffen der Patenkinder für längere Zeit unterbrechen, einfach weil der Regen auf dem Dach so laut war, dass es unmöglich war sich zu unterhalten.

Ich persönlich hatte drei besondere Begegnungen:
Daisy war da! 🙂 Mein zweites Patenkind aus Uganda. Sie hatte starke O-Beine als ich sie vor Jahren als kleines Mädchen traf, sodass sie nicht gehen konnte. Durch die Patenschaft konnten ihre Beine gerichtet werden und inzwischen kann sie laufen und ist schon groß gewachsen. Es ist immer wieder überwältigend sie so freudestrahlend und glücklich zu sehen. Mein Herz hüpft jedes Mal vor Freude wenn ich sie sehen darf.

Ganz besonders war dieses Mal, dass Daisy mir ihr zu Hause zeigte. Ich traf ihre ganze Familie und konnte sehen wie sie lebt. Es war – wie immer in solchen Wohnungen – einerseits wieder ernüchternd zu sehen, in welchen Verhältnissen unsere Kinder doch leben. Aber dann ist es so wundervoll zu spüren wie glücklich und dankbar sie für alles sind, was sie haben. Auch wenn es nur ein Bett für 7 Personen ist. Da hat unser Leben in Deutschland gleich eine ganz andere Bedeutung.

Moses dagegen hat seit einigen Jahren Probleme mit seinen Augen aufgrund einer Allergie. Als ich ihm letzte Woche in der Naomi-Froese-Schule begegnete fiel mir auf, dass er mich nicht bemerkte, obwohl ich direkt auf ihn zu ging. Seine Augen wirkten glasig. Erst nachdem ich ihn ansprach erkannte er mich.

Dann fuhr Generous mit ihm zu einem speziellen Augenarzt um ihn untersuchen zu lassen und brachte mir heute die Diagnose. Ein Auge ist blind – es scheint nichts mehr machbar zu sein. Dabei ist er erst 14 Jahre alt und möchte so gerne Arzt werden. Um sein zweites Auge zu retten benötigt er Medikamente und eine spezielle Linse. Wir hoffen jetzt auf einen weiteren Arzt, der hier eventuell noch kompetenter helfen kann. Diese Situation hat mich sehr mitgenommen. Moses tut es so leid, dass er wegen seiner Augen so schlecht in der Schule ist, dabei kann er ja nichts dafür. Ich weiß, dass er sein bestes gibt und bin stolz auf ihn. Nachdem er das gehört hatte erschien ein wundervolles Lächeln in seinem Gesicht und es schien ihm eine große Last abgefallen zu sein.

Fast zu Tränen gerührt hat mich der kleine Rahim. Mit seinen 5 Jahren hat er ein schweres Schicksal zu ertragen. Er kam mit einem Wasserkopf und offenem Rücken zur Welt. Das bedeutet, dass die Nerven in seinem Rücken nicht richtig zusammen gewachsen waren, deshalb kann er weder seine Beine noch das urinieren kontrollieren, sodass er Physiotherapie und Windeln benötigt. Das ist für die Mutter, die mit ihm alleine ist, sehr belastend. Sie muss ihm ca. fünf Mal täglich die Windeln wechseln und ihn überall hintragen. Als ich die Patenschaft 2013 übernahm wussten wir nicht, wie lange Rahim überhaupt leben würde. Aber er kann nun an etwas abgestützt selber stehen und vor allem normal sprechen! Er schrieb sogar einige Wörter auf. Das beeindruckte mich am meisten, weil niemand dachte, dass er solche Fähigkeiten hätte – und das mit 5….

Und schon ist wieder ein Tag des Workcamps vorüber. Noch eine Woche, dann geht es wieder zurück nach Deutschland.

Grad beim Schreiben bellen die Hunde wieder laut und eine Fledermaus fliegt hier über meinem Kopf hin und her… wer weiß wie sie ihren Weg ins Haus gefunden hat… aber das ist Afrika 🙂 – wir sind sehr gerne hier und erleben viel besonderes!

Übernommen aus dem nichtegal.blogspot.com post.

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